Japanisch - Eine Sprache als Spiegel der Kulturgeschichte

Sie sei ein "plumpes, ungefüges Werkzeug" schrieb noch 1905 der deutsche Geograph Johannes J. Rein über die japanische Sprache. Er hatte Unrecht. Bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, fremdsprachige Elemente zu integrieren.

Unsere Vorstellung von der japanischen Sprache ist meist vage und unzutreffend: Sie gilt als sehr schwierig und dem Chinesischen ähnlich. Konkrete Kenntnisse gingen früher kaum über einen romantischen Bereich (Kimono, Geisha, Samurai) und einige Ortsnamen (Fuji, Yokohama) hinaus, zu denen sich gegenwärtig im Zeichen japanischer Exporte manche Kamera-, Elektronik-, und Automarken gesellen, die noch dazu zum Teil westlich geprägt sind.

Nun hat schon der deutsche Forschungsreisende Engelbert Kaempfer 1690 festgestellt, das die japanische Sprache "von der sinesischen sehr verschieden" ist; und was ihre Schwierigkeiten betrifft, so besteht sie vor allem in einer fremdartigen und komplizierten Schrift und in einer von der deutschen Sprache stark abweichenden Struktur.